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Farbton Nr. 04
Salbei
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Öle, Wachse, Aloe: Natürliche Inhaltsstoffe im Augen-Make-up

Aloe-Pflanze mit Wassertropfen auf den grünen, gezackten Blättern im Gegenlicht

Auf vielen Packungen steht „mit Pflanzenölen“, „mit Aloe“ oder „auf Basis natürlicher Wachse“. Das klingt vertraut und freundlich. Doch was steckt dahinter, und was sagt es über das Produkt aus? Hier bekommst du einen nüchternen Überblick über die wichtigsten pflanzlichen Stoffe, die dir in Mascara, Kajal und Augenpflege begegnen.

Öle und Butter: weich und gleitend

Pflanzliche Öle und Butter sorgen dafür, dass ein Produkt geschmeidig ist. In der Zutatenliste erkennst du sie an den lateinischen Namen mit „Oil“ oder „Butter“ am Ende:

  • Ricinus Communis Seed Oil ist Rizinusöl. Es ist zähflüssig und gibt Glanz.
  • Simmondsia Chinensis Seed Oil ist Jojobaöl. Genau genommen ist es ein flüssiges Wachs und bleibt lange stabil.
  • Butyrospermum Parkii Butter ist Sheabutter. Sie macht Stifte und Cremes weich.
  • Helianthus Annuus Seed Oil ist Sonnenblumenöl, ein verbreiteter, leichter Grundstoff.

In Kajal und Lidschatten sorgen sie für Gleitfähigkeit, in Cremes für Geschmeidigkeit. Frische Öle können mit der Zeit ranzig werden. Auch deshalb gehören Antioxidantien wie Tocopherol (Vitamin E) in die Liste, und deshalb ist das Haltbarkeitssymbol wichtig. Wie du es liest, steht auf der Seite Haltbarkeit und PAO-Symbol.

Wachse: Struktur aus Pflanze und Biene

Wachse geben einem Produkt Halt. In Mascara halten sie das Bürstchen voll, im Kajal machen sie die Linie fest. Die häufigsten:

  • Cera Alba: gebleichtes Bienenwachs. Es ist tierischen Ursprungs, aber ein natürlicher Rohstoff.
  • Copernicia Cerifera Cera: Carnaubawachs, gewonnen aus den Blättern einer brasilianischen Palme. Es ist hart und glänzend.
  • Candelilla Cera: Candelillawachs, aus einer mexikanischen Pflanze.
  • Oryza Sativa Bran Wax: Reiskleiewachs.

Wer auf tierische Rohstoffe verzichten möchte, findet in der Liste bei „Cera Alba“ die Antwort: Hier ist Bienenwachs enthalten. Pflanzliche Alternativen wie Candelilla- oder Carnaubawachs erfüllen eine ähnliche Aufgabe. Wer sich dafür interessiert, welche Pflanzenstoffe auch auf dem Teller eine Rolle spielen, liest bei Augen und Ernährung weiter.

Hand hält eine Glasschale mit weicher heller Pflanzenbutter auf rosa Hintergrund

Aloe: Pflanzensaft in der Rezeptur

Aloe barbadensis erscheint in der Liste als „Aloe Barbadensis Leaf Juice“ oder „Aloe Barbadensis Leaf Extract“. Gemeint ist der Saft aus dem Blatt der Pflanze. In Kosmetik dient er vor allem als wasserhaltiger Bestandteil, der dem Produkt eine leichte Textur gibt. Wie viel davon enthalten ist, erkennst du an der Position: Steht er weit vorn, ist mehr enthalten, steht er hinten, ist es nur eine kleine Menge.

Eine Aloe in der Liste ist übrigens kein Wirkversprechen. Aussagen über besondere Wirkungen auf der Haut oder dem Auge sind keine Frage der Zutatenliste, und bei Beschwerden im Augenbereich bist du bei einer Ärztin oder einem Arzt besser aufgehoben als bei einem Pflanzenextrakt.

Was „pflanzlich“ wirklich heißt

„Natürlich“, „pflanzlich“ und „Bio“ sind bei Kosmetik keine geschützten Begriffe. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich diese Wörter auf der Packung nicht auf geprüfte Standards stützen müssen. Wer wirklich Wert auf Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs legt, orientiert sich an den Naturkosmetik-Siegeln, die strengere Vorgaben haben als das Gesetz. Das ist ein Hinweis, kein Beweis für Verträglichkeit.

Dazu kommt ein zweiter Punkt: Auch pflanzliche Stoffe sind keine Garantie für Verträglichkeit. Pflanzenextrakte und natürliche Duftstoffe können bei manchen Menschen Reaktionen auslösen, ebenso wie synthetische Stoffe. Die Liste ist auch bei Naturkosmetik lesenswert. Im Zweifel fragst du eine Ärztin, einen Arzt oder die Apotheke.

Gleichzeitig ist „synthetisch“ nicht automatisch schlecht. Manche Stoffe, die ein Produkt haltbar oder ein Pigment stabil machen, stammen aus dem Labor, weil sie so besser kontrollierbar sind. Entscheidend ist, was du verträgst und was du magst. Wer sich allgemein für Pflanzen und ihre Verwendung im Alltag interessiert, liest in einem eigenen Ratgeber über Pflanzen im Alltag weiter.

Die beste Auswahl: Kriterien statt Etikett

Die beste Zusammensetzung gibt es nicht. Diese Fragen helfen dir, ein Produkt mit natürlichen Zutaten einzuordnen:

  1. Wo steht der Stoff? Vorn bedeutet viel, hinten wenig.
  2. Gibt es ein Siegel? Und wenn ja: Weißt du, was es verlangt?
  3. Wie ist die Haltbarkeit? Natürliche Öle sind empfindlicher. Achte auf das PAO-Symbol.
  4. Welche Stoffe möchtest du meiden? Lies dann die ganze Liste, nicht nur die Vorderseite.

Wie du eine Liste insgesamt liest, erklärt die Seite INCI lesen. Welche Stoffe in Mascara, Kajal und Lidschatten üblich sind, steht unter Mascara, Kajal und Lidschatten.

Kurz gefragt

Ist Bienenwachs vegan? Nein, es stammt von Bienen. Wer vegan leben möchte, achtet auf Produkte mit Carnauba-, Candelilla- oder Reiskleiewachs.

Müssen natürliche Produkte kürzer halten? Oft ja, weil sie weniger oder andere Konservierer enthalten. Das PAO-Symbol und der Geruch geben Auskunft, ob ein Produkt noch gut ist.

Ist Aloe im Augen-Make-up ein Pflegeversprechen? Nein. Es ist ein Bestandteil der Rezeptur. Aussagen über besondere Wirkungen solltest du kritisch lesen.